Ich bin auf den Prenzlauer Berg gezogen. Die Wohnung war gut geschnitten und hatte eine große Küche, die Miete war auf den Quadratmeter umgelegt halb so hoch wie in München und um ein Drittel niedriger als in Hamburg. Eine Woche später fragte einer meiner neuen Kollegen (ich war für einen Arbeitsplatz nach Berlin gezogen), ob ich schon eine Wohnung hätte. Ich sagte ihm, wo. Er sagte: Das ist, wo ihr Arschlöcher alle wohnt.

So deutlich hat es nie wieder jemand gesagt. Dafür habe ich es ein paar Dutzend Mal gelesen. Menschen, die hier wohnen, gelten bei erstaunlich vielen anderen Menschen, die nicht hier wohnen, als so große Arschlöcher, dass die immer wieder darüber schreiben. Ich weiß es, weil ich den Tiraden gelegentlich hinterhergoogle.

Am schlimmsten für die Arschlochhasser sind die Prenzelbergmütter. Sie wissen nicht viel über sie. Sie reden nicht mit ihnen, erkundigen sich nicht nach ihren Leben. Eigentlich wissen sie bloß, dass die Prenzelbergmütter da sind. Auf der Straße, in den Supermärkten, in den Kaffeehäusern. Mit ihren Kinderwägen. Im Kaffeehaus sitzen sie am Nebentisch und packen ihre Euter aus. Im Supermarkt blockiert die Pbergmutter mit ihrem Kinderwagen die Gänge. Auf den Straßen fahren die Pbergmütter die Kinderlosen über den Haufen. Oder ihnen in die Hacken. Mindestens stehen sie im Weg. Man muss ihnen ausweichen. Viel mehr wissen die Arschlochhasser über die Pbergmutter nicht. Vielleicht noch, dass sie ständig Latte Macchiato trinkt. Ihr Kinderwagen ein Luxuskinderwagen ist. Und dass sie Kinderkult betreibt. Mit minimalen Variationen läuft es auf immer dasselbe hinaus: Dass hier Frauen mit Kinderwägen unterwegs sind. Sichtbar.

Die Frau, die ich liebe, mit der ich lebe und mit der ich ein Baby habe, ist so eine Prenzelbergmutter. Ein Arschloch. Sie hat es sich nicht ausgesucht. Die Adresse und das Kind, aber nicht, den Arschlochhassern Anstoß zu sein, aus dem einzigen Grund, dass sie sichtbar ist. Die Arschlochhasser können sie sehen. Wenn sie mit dem Kinderwagen unterwegs ist, mit dem Kind im Kaffeehaus sitzt, mit dem Kinderwagen einkaufen geht.

Sie tut niemandem etwas, sie ist bloß da. An denselben Orten, an denen sich die Arschlochhasser aufhalten. Sie bepöbelt keinen. Sie fährt niemandem in die Hacken. Sie drückt niemandem Kackwindeln in die Hand, keinem ihre Euter in den Blick. Schon weil sie keine Lust darauf hat, dass sich jemand, dem sie es nicht erlaubt hat, Gedanken über ihre Brüste macht. Dass sich jemand Gedanken über den Skandal ihrer Existenz macht, könnte sie nur vermeiden, wenn sie unsichtbar bliebe.

Vermutlich haben die Arschlochhasser nichts gegen die Frau, die ich liebe. Es ist nichts Persönliches. Das Problem der Arschlochhasser ist nicht die einzelne Arschlochprenzelbergmutter. Die verkraften sie. Sondern dass es so viele von ihnen gibt. Man kann nicht zehn Schritte laufen, ohne sie und ihre Luxuskinderwägen, schwarz wie Kindersärge, zu sehen.

Nachts hätten sie Ruhe. Nachts schlafen die Kinder ja, dann merkt man den Frauen nicht mehr an, ob sie Mütter sind. Das Pbergmütterproblem ist ein Tagsüberproblem, zwischen halb acht Uhr morgens und halb acht abends, im Sommer etwas länger. Danach könnten die Arschlochhasser aufatmen. Endlich freie Sicht. Doch das reicht den Arschlochhassern nicht. Der Tag sitzt ihnen in den Nerven. Die ganzen Mütter. Das schlaucht. Wenn es so weitergeht, muss man noch wegziehen. Obwohl. Wie kommen sie dazu? Wieso hauen nicht die Mütter ab? Oder bleiben zu Hause?

Es ist nichts Persönliches. Es geht darum, dass die Arschlochhasser hier einmal zu Hause waren. Oder zu Hause sein hätten können. Jetzt nicht mehr. Weil jetzt so viele Mütter hier sind, die alles majorisieren homogenisieren dominieren. Man fühlt sich wie ein Fremder. Als ob man nicht dazu gehörte. Wenn man kein Kind, keinen Kinderwagen, keinen Kinderwunsch hat. Bevor die Pbergmütter einzogen, war es besser. Es gab so viele Sorten Menschen hier. Alte, Alkis, alte Alkis. Arbeiter. Arbeitslose. Anarchisten. Assis. Und alles andere bis Z. Sogar Mütter. Aber nicht diese. Euter. Kinderwagen mit Kaffeehalter. Verstrahlte Blicke. Sie weichen nicht aus. Man muss um sie herumgehen. Sie besetzen alles. Sie nehmen den Arschlochhassern alles weg.

Die Arschlochkinderarschlochväter kommen in den Tiraden selten vor. Wenn einer mal sein Kind in der Manduca durch die Gegend schaukelt. Oder auf der Marie ins Handy redet, während sein Kind einem anderen die Schippe übern Kopf zieht. Oder am Samstag am Kollwitzmarkt im Weg steht, der Markt war übrigens auch mal anders.

Aber die Arschlochhasser gehen davon aus, dass es einen Arschlochkindarschlochvater gibt. Weil einer die Arschlochkindarschlochmutter finanzieren muss. Die Lilalämpchenwollseidegemischbodies. Die Rasselfischluxuskinderwagenkaffeehalter. Den Kinderkasten vor dem Fahrrad. Und einer muss die Fünfzehnseitenschriftsätze an die Hausverwaltung wegen Lärmbelästigung durch die Kinderlosen schreiben. Die Pbergmutter tut das ja nicht. Sie tut nichts. Außer sich um ihr Kind zu kümmern. Wenn man das mit Kümmern verwechseln will. Auf jeden Fall kümmert sie sich nicht um andere Menschen. Wenn ihr andere Menschen als ihr Kind am Herzen lägen, wäre sie weg. Dann wären die anderen Menschen endlich wieder froh.

Über die Pbergmutter wissen die Arschlochhasser so gut Bescheid wie Sarrazin über Türken, die Flotilla über Israel, die Nazis über die Bilderberger, der Koppverlag über den Fäkaliendschihad: allerbestens. Sie sind da, nicht wahr? Mehr muss man nicht wissen, um zu wissen: Sie müssen weg.

[Neulich schrieb mir über Facebook eine Anja Meier, die ich nicht kannte. Sie lese mit Vergnügen meine "Texte zu Elternschaft im urbanen Raum und in verschiedenen Lebensphasen" (als ob ich solche Texte je geschrieben hätte). Sie würde sich freuen, wenn "gerade" ich über Ihr Buch zu diesem Thema schriebe. Ich sah mir bei Amazon den Waschzettel an und schrieb zurück, ich sei skeptisch, wie jedes Mal, wenn ich Prenzelberg-Bashing und Mittelschichtmutter-Beschimpfe wittere. Weil es mir seltsam vorkommt, wenn ein Stadtteil ein Schurkenstaat sein soll und Mütter, die Gutes für ihre Kinder wollen, suspekt sind. Aber sie könne mir ihr Buch ruhig schicken lassen. Das hat sie letzte Woche veranlasst. Am Wochenende erschien in der taz ein Vorabdruck, die Pbergmütter werden darin Rinder genannt, ihre Brüste Euter. Nicht von Meier, sondern von einer Pberger Kaffeehausbesitzerin. Wenn sie ganz bei sich ist, lässt Meier gerne andere reden. Auch ihre Freundin Sibylle tobt in ihrem Buch viel rum über die Pbergmütter. Obwohl sie auch ihr nichts anderes getan haben, als zu existieren.

Meiers Geschichten, heißt es bei Amazon, seien "vor allem eines: erschreckend wahr, manchmal tragisch - und vor allem urkomisch."

Dass sie tragisch sind, ist nicht gelogen.]








¶ 

Eine wunderbare Antwort auf den unsäglichen (nahezu menschenverachtenden) Artikel in der TAZ.


¶ 

Danke für diesen Text.


¶ 

Vielen Dank, dass Sie hier so engagiert der geistigen Frühverblockwartung entgegentreten. Und ich mal lesen darf, dass auch anderen dieser TAZ-Beitrag bitter aufstieß.


¶ 

Praschl, vielen Dank!
(Ich halte den misogynen Taztext für frei erfunden. Konrad Kujau goes Berliner Schnauze von 1930.)


¶¶ 

Ja!


¶¶ 

.


¶¶ 

Ich halte das Interview nicht für erfunden. Interessant, dass es sich um eine Berliner in handelt, und nicht (wie bei den meisten Pöblern) um einen Westdeutschen, der gerade mal drei Jahre länger dvor Ort ist. Ich habe gegen die Veröffentlichung im O-Ton in dieser vorliegenden ausschnitthaften Form auch nichts auszusetzen (Es kann natürlich sein, dass das ganze Buch, dass ich nicht gelesen habe, dann doch in seiner Redundanz nervt - das müsste man dann sehen). Immerhin entlarvt und blödet sich die Wirtin hier gehörig selber - das sollte als Strafe genügen. Zugute halte möchte ich ihr allerdings, dass der Alltagsfrust über Alltagsärger im Dienstleistungsgewerbe mit hieneinspielt. Wie ungerecht und zynisch das machen kann, weiß ich aus eigener leidvoller Erfahrung. Ihr macht mir hier auch ein bisschen zu sehr auf getretene Hunde. Entspannt euch (ich weiß, das ist manchmal schwierig)!


¶¶ 

Entspann Dich doch selber!


¶¶ 

Wuff.


¶¶ 

ist doch egal, ob ausgedacht oder echt. denn es scheint ja viele zu geben, die genauso denken. und wenn man sich die kommentare zu dem "artikel" (glosse? polemik? bleodsinn?) durchliest, dann wird einem schlicht mal wieder bewusst, das 98% der menschen eh arschloecher sind, ob die im prenzlauer berg, friedrichshain, kreuzberg, marzahn, pankow oder boehmenkirch, bad urach, biberach oder womoeglich sogar pinneberg, paderborn oder sonstwo wohnen.
schwaben weinen, sie waeren die tuerken von morgen, (vermeintliche) berliner jammern ueber die verpasste gelegenheit, zu ostmieten zu wohnen und ueber allem eine unverhohlene mysoginie und ein unertraeglicher sexismus.
das muss sich keine hohle taz-birne ausdenken, das ist wirklich so.


¶ 

Ich muss unbedingt mal einen Rant darüber schreiben, wie scheiße mich die Schufa einstuft, weil ich als gebürtige Berlinerin in Neukölln wohne, wo bekanntlich die Zahlungsmoral total im Keller ist und die Arbeitslosenrate überdurchschnittlich hoch. ;-) (Zum Thema gesellschaftliche Ungerechtigkeiten und ihre Folge.)

Wisst Ihr, wenn Ihr diese Kritik an Euch nicht immer so empfindlich aufgreifen würdet (selten darüber reflektierend, könnte man ja auch mal …) und deswegen öffentlich heulen würdet, gäbe es die Kritik an Euch längst nicht mehr, weil sich die Deppen ein anderes Opfer suchen würden. Ist Lernmaterial aus dem Kindergarten. Man kann Pappnasen auch einfach amüsiert ins Gesicht lachen …


¶¶ 

Ach so. Die Opfer sind schuld, wenn die Deppen sich wie Deppen aufführen?

Klingt irgendwie nach: "Tja, Mädel, was läufste halt auch in 'nem Minirock rum."


¶¶ 

Das Kritisierenswerte ist aber doch nicht, das Prenzlberg besser eingestuft wird, sondern Neukölln so schlecht. An der Stelle müsste man doch ansetzen, denn ansonsten kommt da doch nur "Ihr [in Prenzlberg] seid doof, weil's euch 'besser' geht" bei raus, was an Argumenten doch recht schwach, um nicht zu sagen, unsinnig ist.

Und was ist das für ein Argument, dass "die Prenzlberger" sich nicht so anstellen sollen, weil in dem Bashing ja Wahrheit stecken würde, die man reflektieren solle? Was ist das denn für eine Wahrheit?


¶¶ 

Eingebildete Mittelschichtler und andere Sozialdarwinisten würden hier ordentlich zurechtgewiesen, ihre SUVs und Distinktionskinderwägen flammender Erlösung übergeben. Liest man ab und zu.

gez. Neukölln gegen Arbeits- und Zahlungsmoral


¶ 

Danke.

Solche Ressentimentbücher sind die Pest.


¶¶ 

Waschzettel: "Wächst eine Generation kleiner Egoisten heran?"
Bei den Elternbüchern auf Platz 1. Sauber, jetzt aber ab in die Talkshows damit!

Der erfolgreiche Urahn dieser Kindersindtyrannenbücher heißt übrigens "Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind". Etliche Millionen Auflage, erstmals 1936, zuletzt wohl 1996 (!)
de.wikipedia.org


¶ 

Kinderfeindlichkeit. Mütterfeindlichkeit. Wohl besser Mütterfeindseligkeit, es scheint glücklich zu machen und der Hass tief zu sitzen.

Ach ja, Kaffeehalter am Kinderwagen, das hätte ich auch gern gehabt. Gute Idee. Hätte sicher manche Sauerei erspart.


¶ 

Früher, als ich jung und dumm war, habe ich mich auch über den 'Bionade-Biedermeier' ereifert. Jetzt, wo ich reifer und schwanger bin, bin ich froh, dass es von meinem Wohnort im Wedding nur ein paar Straßenbahnstationen zum Pberg sind.

Danke für diesen Beitrag!


¶ 

Tja, so ist das halt, man hats nicht leicht als minderheit. Ob pbmutter, neger, bwl-student, bildleser oder nazi, man will ansich nichts böses, doch die gesellschaft drängt einen an den rand.
von daher: tränchen wegwischen, zähne zusammenbeissen und durch, irgendwann zieht man aus pb weg und braucht keinen kinderwagen. nur der neger, der bleibt schwarz.


¶ 

Dein text ist leider genau so blöd wie der in der taz. Warum? das streifst du sogar ein mal kurz. Von wegen was weiß Sarrazin über die Berliner Türken. Nichts. Stimmt. Gilt aber auch anders rum.


¶ 

Vielen Dank. Über den taz Artikel habe ich mich auch geärgert. Gute Antwort!


¶ 

Prima Argument gegen ein Konto bei Face_Book, nicht?


¶ 

sehr gute Antwort. Ich habe mich über den TAZ-Artikel auch sehr aufgeregt und über das Buch. Seit Jahren fühle ich mich von Feuilleton-Artikeln über die Mütter vom Prenzlauer Berg verfolgt. Und einen schönen Verriss dieses Mütter-Bashing-sehr-seltsamer-Humor-Buchs (für mich so unterster slut walk Feministinnen voll lustiger Spass) möchte ich dann auch noch schreiben. Viele Grüße!


¶ 

Wenn O. ohnehin nicht zu den Arschlochmüttern gehört - wozu dann die Aufregung?

Wenn sie sich nicht arschlochmäßig benimmt, umso besser! Denn in dem taz-text gings ja auch nur um jene, die sich wie Arschlöcher benehmen.

Man könnte fast meinen, ihr erkennt euch in dem text doch wieder.


¶ 

Das macht man neuerdings so, dass man Leute "basht", die privilegiert sind oder dafür erklärt wurden. Mich würde mal interessieren, wo das eigentlich herkommt, vor zehn Jahren gab es das praktisch nicht. Hat es damit zu tun, dass der Druck in der Gesellschaft ansteigt, und die Leute lieber persönlich aufeinander losgehen, anstatt auf irgendwelche Missstände?

Dass Latte macchiato neuerdings ein Feindbild ist, finde ich aber lustig.


¶¶ 

Ob das vor zehn Jahren anders gewesen ist, weiß ich nicht. In meiner Wahrnehmung: eher nicht. Aber vielleicht täusche ich mich.

Den Latte Macchiato-Thread in der Gentrifizierungs-Kritik (für den die wahrscheinlich nicht allzuviel kann. Oder doch: sie wehrt sich ja zuwenig gegen die Ressentiments...) habe ich auch nie verstanden. Ein Kaffee als Chiffre für den Lifestyle von Leuten, die Ärmere aus ihren Quartieren verdrängen! Ein Kaffee! Was kostet so ein Ding, zwei Euro? Ich weiß es ja nicht, ich mag Milch nicht. Mich nervt diese schlampige Wahrnehmung so, die ja glaube ich gar keine Wahrnehmung ist, sondern ein Ressentiment. Wenn man über so eine Wahrnehmung nachdächte, fiele einem vielleicht auf, dass gerade die Latte-Macchiato-Wahl dafür spricht, dass es die Latte-Macchiato-Mütter überhaupt nicht dicke haben. Ein Riesenbecher warmes Getränk. Mit dem man eine Stunde sitzen bleiben kann, ohne gefragt zu werden, ob man noch etwas wolle. Ohne das Gefühl zu bekommen, gleich verscheucht zu werden. [In Wien gab's in den ordentlichen Kaffeehäusern ja den Brauch, dass man nach einiger Zeit ungefragt Wassergläser serviert bekam. Damit man etwas zu trinken hatte, wenn die Melange ausgetrunken war. Und weiter sitzen bleiben und die Zeitungen auslesen konnte. Weiß nicht, ob das heute noch so ist]. Privilegiertengetränk, my ass! Okay, sie könnten Bier trinken. Aber das tun Mütter tagsüber öffentlich ja selten. Und wenn sie's täten, gäbe es selbstverständlich auch wieder hundert Diatriben über inakzeptables Mütterbenehmen.


¶¶ 

Große Klasse übrigens!
Wollte nur anmerken, in Wien wird das (leider) nicht mehr gemacht, ganz im Gegenteil, alle xtra Wasser werden auch hier bald zu bezahlen sein.
Grüße aus Wien!


¶¶ 

»...alle xtra Wasser werden auch hier bald zu bezahlen sein.« [Citation needed.]


¶ 

Prenzlbergmütter stören nur tagsüber? Das erste und einzige Mal das ich auf einer "Party" war die von Polizisten geräumt wurde war im Prenzlberg, letztes Jahr. Die "Party" war ein Essen mit 12 Leuten, kein Getanze oder so und an einem Samstag in Berlin um 22.30 kam die Polizei weil eine Mutter im Hinterhof angerufen hatte ... ihre Kinder können nicht schlafen.


¶¶ 
  1. n=1.
  2. RÄUMEN? Handschellen? Verhaftungen? Essen auflösen? Klingt glaubwürdig.
  3. "Guten Abend, die Mutter im Hinterhof hat sich beschwert"?
  4. Und das haben 12 Leute mit sich machen lassen? Oh, my....
  5. n=1.
  6. Wenn ich das alles gewusst hätte.

¶¶ 

Man merkt schon, du hast mehr Erfahrung mit dem anrufen. :-)

Ja ein Mannschaftswagen kam und hat die Party aufgelöst, ohne Handschellen (das wäre natürlich cooler gewesen, aber das ist Neukölln). Wir hätten natürlich in den Sitzstreik auf der Treppe gehen können. (aber das wäre AKW)

Leider war es nicht so ... "Guten Abend die Mutter im Hinterhof hat sich beschwert ..." Die Unterhaltung und das "Lachen" (wie konnten wir nur lachen, das dürfen nur Kinder) bei geschlossenem Fenster von 12 Leuten hat zum wiederholten Anrufen der Frau deren Kinder Samsatgs um 22.30 nicht schlafen konnten, sowie einer Anzeige wegen Ruhestörung geführt.

und ich finde den Text in der taz witziger ... weil die Frau ist selber Mutter (wie ich übrigens auch) und du anscheinend auch .. nur leider bist du dadurch in der krampfhaften "toatal witzig" verteidigen Pose gelandet.
Trotzdem Danke, hatte 'ne Menge Spass dadurch.


¶ 

Hallelujah.
Ich danke zutiefst für diesen Text.


¶ 

Ehrlich Leute mich macht der Vorgang an sich traurig, Verdängung einer ganzen Gruppe von Anwohnern durch die vorausgegangene Sanierung in diesen Gebieten, und wir reden da nicht nur vom Prenzlberg, F´Hain oder Mitte und Kreuzberg. Vielleicht erleben wir ja in fünf Jahren diesen Hype auch in Neukölln.
Wer nach Berlin zieht, oder in eine andere größere Stadt darf sicherlich nicht erwarten, dass er Bedingungen einer Siedlung, Dorf oder einer 25000 Seelengemeinde vorfinden wird. Üblicherweise integrien sich nur Diejeniegen, die mit diesem hektischen Leben zurande kommen, andere bleiben Besucher. Nun hat aber der Senat von Berlin, mangels eigenem Geld viele Quatiere auf dem Freien Wohnungmarkt sanieren lassen, mit der Konsequenz, dass eine Migration angeschoben wurde, die Leute nach Berlin bringt, die über das nötige Kleingeld für den kauf oder die Anmietung dieser Wohnungen verfügt. Vielleicht sind es ja auch die Eltern, oder Erbschaften oder anderweitiger Geldsegen, der da durch diese Quartiere geflossen ist. Aber fühlen sich die Neubewohner denn auch wohl? Oder gibt es den Versuch ähnliche Verhältnisse aus ihren früheren Wohnumfeldern herzustellen? Das schöne ist, dass die Elterngeneration irgendwann selbst genervt sein werden über zu laute Jugendliche Kinder etc. vielleicht in 20 Jahren erst aber irgendwann.


¶¶ 

In 20 Jahren sind die Kinder groß und ziehen weg, und zurück bleiben alte Leute. Falls die nicht auch wegziehen, weil man mit 55 eh keinen Job mehr hat und die Altbauwohnung ohne Kinder zu groß ist.


¶ 

Frei nach Godwins Law, brauchte es bei Ihnen 3 Beispiele, bis zum Nazivergleich.. Sie sollten als Arschlochvaterdingsbums über diese Arschlochwasweißichleute stehen, die ihr Weltbild derart plump leben, statt selbst ein plumpes zu bemühen..


¶ 

wartet ab bis die saufenden Spanier tagsüber nach Ostberlin kommen, dann verlagert sich das gebashe und geheule


¶ 

ole ole:
www.nuflicks.de


¶¶ 

Haha, das ist ja geil. Tja, Fil hat den Unterschied zwischen Ironie und dümmlicher Hetzerei halt raus. Im Gegensatz zu Frau Maier. Vielen Dank für das tolle Video