Am 12. November hing um einen Baum, an dem ich fast jeden Tag mit dem Rad vorbeifahre, eine Todesanzeige gebunden, Trikolore-Farben, ein junger Mann, der zwei Häuser weiter fast eingezogen wäre, vielleicht hätte ich ihn irgendwann gesehen, gegrüßt, passiert hier hin und wieder, ich googlete dem Namen hinterher, schlimme Geschichte, was für ein Scheiss, dachte ich, 2014! Der Zettel hängt immer noch da, fast zwei Monate später, ein wenig ausgewaschen vom Regen vor Weihnachten und den zwei Tagen Schnee zwischen den Jahren, aber noch lesbar, niemand hat ihn abgenommen. Im Tagesspiegel vor drei Wochen ein Nachruf, erst heute gesehen, darin:

Bestattet wurde Felix, der Glückliche, das Sorgenkind des Lebens, anonym neben dem Familiengrab. Er wird keinen eigenen Grabstein erhalten, sein Name wird nicht auf dem der Familie erscheinen.
Aber hier auf dem Baum zwei Häuser weiter. & hier.